Ausstellungen / Museum 11 - 12
[Ausstellungen des Museum Gugging in den Jahren 2011 und 2012]

2011
nannetti.! sternenoffizier
Dauer: 24. 11. 2011 - 4. 3. 2012

Fernando Oreste Nannetti, Gravierte Inschriften,
Fassade des
Ospedale psichiatrico,Volterra (Italien).
Foto Pier Nello Manoni
Einem Buch unter freiem Himmel gleich, enthüllen die Graffiti von Fernando Oreste NANNETTI (1927-1994) eine verblüffende Welt zwischen Traum und Wirklichkeit, Wissenschaft und Fantasie. Fernando Oreste Nannetti ist der Verfasser eines Schriftwerkes, das er auf die Fassaden des Ospedale psichiatrico in Volterra (Italien) kratzte, in dem er interniert war. Nannetti sprach mit niemandem, behauptete jedoch, elektromagnetische Wellen zu verspüren, und notierte täglich die Botschaften, die er durch Telepathie empfing. . In achtjähriger Arbeit zwischen 1959 und 1961 sowie 1968 und 1973 entstanden, ist das monumentale Werk, dessen grafische Form an die etruskische Schrift erinnert, 70 Meter lang und bedeckt mehrere Wände des Innenhofs der Anstalt.
23 großformatige Fotografien präsentieren das eindrucksvolle Werk von Fernando Oreste Nannetti. Sie wurden 1979 von Pier Nello Manoni geschaffen, bevor sich die Verwitterung des heute fast vollständig verschwundenen Originalwerkes zu beschleunigen begann.
Das museum gugging zeigt die erste umfassende Retrospektive zum Künstler Fernando Oreste Nannetti. Ein meisterhaftes Werk, das mit der Ausstellung nannetti.! sternenoffizier erstmals in Österreich präsentiert wird.
Die Ausstellung wurde von der Collection de l’Art Brut in Lausanne übernommen.

Katalog:
Nannetti. Mit zahlreichen Textbeiträgn von Antonio Tabucchi, Pier Nello Manoni, Lucienne Peiry u.a. Mit Transkript der Texte und DVD des Films "I graffiti della mente". N.O.F.4 Moro Secco Spinaceo (frz. und engl. Untertitel). Hrsg. Collection de l’Art Brut/Editions Infolio, 2011. Französisch, Italienisch und Englisch. Mit ca. 100 Farb- und Schwarzweissabbildungen.
Der Katalog ist im Museumsshop erhältlich.


...der korec johann! im Novomatic Salon
Dauer: 24. 11. 2011 – 4. 3. 2012

Johann KOREC, Lian Pflegt Einfach schön, 1972
© Privatstiftung Künstler aus Gugging
Das Oeuvre des Gugginger Künstler Johann Korec (1937-2008) ist von großer malerischer und „kalli“- graphischer Begabung geprägt. Klare Konturen werden mit Farbe vereint und oft überarbeitet. Der für den Künstler wichtige Text, der große Teile seiner Werke einnimmt, bleibt immer sichtbar erhalten. Schrift und Text ist sind für Korec bedeutsam– er wollte dem Betrachter in jedem Bild etwas mitteilen, von erotischen Vorstellungen und Erlebnissen bis hin zu seiner Liebe zum Zirkus oder zu Tieren. Kleinformatige Papierarbeiten der Frühzeit des Künstlers aus den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts werden im Novomatic-Salon des museum gugging präsentiert.

Katalog:
der korec johann…!. Hrsg. Johann Feilacher. Mit Textbeiträgen von Nina Katschnig und Johann Feilacher. Residenz Verlag, 2011. 60 Seiten, zahlreiche Abbildungen.
Der Katalog erscheint zur Ausstellungseröffnung und ist im Museumsshop erhältlich.

 Einladung Eröffnung Nannetti Korec


„guggging.! 25 Jahre“
Jubiläumsausstellung zu 25 Jahre „Haus der Künstler“
Dauer: 22. Juni 2011 – 4. März 2012

August Walla
August Walla
Haus der Künstler
Haus der Künstler

Vor 25 Jahren wurde das noch klinisch orientierte, von Prof. DDr. Leo Navratil gegründete „Zentrum für Kunst-Psychotherapie“ in eine Wohngemeinschaft für Künstler, eben in das „Haus der Künstler“ umgewandelt. Die Namensgebung hatte somit auch tiefere Bedeutung und sollte den geänderten Blickwinkel verdeutlichen. Der Direktor der Psychiatrischen Klinik Gugging, Hofrat Dr. Alois Marksteiner, nahm diesen Vorschlag des neuen Leiters dieser Institution, Dr. Johann Feilacher, gerne an. Das Besondere dabei war, dass der so genannte Patientenstatus damit aufgehoben und der Mensch im Künstler das Wesentliche wurde. Dies entsprach auch dem Trend der Humanisierung der Psychiatrie und der Auflösung der Großinstitutionen. Das Talent des Einzelnen war das Bedeutende und nicht Krankheit oder Behinderung, die damit zur Privatsache wurden.
Die Ausstellung „guggging.! 25 Jahre“, soll die internationalen Erfolge der Gugginger Künstler in den letzten 25 Jahren anhand von Werken zeigen, die in Museen und Galerien weltweit präsentiert wurden. Konzept der Ausstellung ist es, anhand einzelner, für die Entwicklung und die spezifische Tradition der Kunst aus Gugging wichtiger Werke die Erfolgsgeschichte dieser Arbeiten und der Künstler darzustellen. Neben dem Kunstzeugnissen dokumentieren Ausstellungslisten und andere Belege die spannende Geschichte und die Bedeutung des nach wie vor einzigartigen und produktiven Geschehens rund um das Haus der Künstler in Gugging.

 Einladung Festakt und Eröffnung "guggging.! 25 Jahre"

Filmische Impressionen der Jubiläumsfeier "25 Jahre Haus der Künstler in Gugging"



„gaston chaissac.!“
31. 03. 2011 – 25. 09. 2011
verlängert bis 13. November 2011!

Chaissac, 1952. © Robert Doisneau/Gamma Rapho/picturedesk.com
Gaston Chaissac

Der französische Maler, leidenschaftliche Briefeschreiber und radikale Autodidakt Gaston CHAISSAC (1910-1964) griff auf alltägliche Objekte zurück, malte auf allen erdenklichen Trägern (Leinwand, Pappe, Stein, Holz, Wellblech) oder verwandelte Holzbretter in beeindruckende „Totems“. Seine künstlerische Suche ist jene nach einer Art von vollkommener Schlichtheit. Zeitlebens war Chaissac nicht in der Lage, seinen Lebensunterhalt durch seine Kunst zu bestreiten. Erst nach seinem Tod wurde er als bedeutender Künstler anerkannt und ist nun mit rund 125 Werken, Zeichnungen, Collagen, Malereien, Skulpturen und seinen „Totems“, im museum gugging vertreten.

Gaston Chaissac, Ohne Titel, 1956, Öl auf Leinwand © VBK, Wien, 2011
Gaston Chaissac

„gaston chaissac.! Erstmals gezeigte Zeichnungen“
im Novomatic Salon
31. 03. 2011 – 25. 09. 2011 verlängert bis 13. November 2011!


Gaston Chaissac, Ohne Titel, 1947, Tusche auf Papier © VBK, Wien, 2011
Gaston Chaissac

„Meine Zeichnungen verkörpern meine intimen Gedanken, meine Träume, meine Aspirationen, meine Enttäuschungen.“ schreibt Gaston CHAISSAC 1939 an einen Förderer. Seine Ausdrucksweise ist in den Zeichnungen von Anfang an verinnerlichter als in den anderen Arbeiten. In den meist in Tusche gehaltenen Blättern bedient er sich einfachster zeichnerischer Mittel und Formen, Liniengerüste, schwarz ausschraffierte Flächen und ein unterschiedlich starker Strich verleihen den Zeichnungen Spannung und Kraft.

Die in den Ausstellungen gezeigten Werke stammen aus einer französischen Privatsammlung. Viele Exponate, vor allem Zeichnungen, werden erstmalig im Rahmen der Präsentation zu sehen sein.

Katalog:
gaston chaissac. Hrsg. Johann Feilacher, mit einem Beitrag von Peter Baum.
Ca. 200 S.. Residenz-Verlag 2011.
Der Katalog erscheint zur Eröffnung der Ausstellungen.